Ergebnisse Nieren-Check

Jedes Jahr lassen sich im Rahmen der Kieler NierenWoche rund 1.000 Besucher im Holstentörn vor Karstadt „rund um die Niere“ beraten und ihre Werte für z.B. Blutzucker, Cholesterin und Kreatinin testen. Diese Tests sagen viel über das individuelle Erkrankungsrisiko aus. Risikofaktoren wie hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes und Übergewicht schädigen und zerstören auf Dauer die feinen Blutgefäße der Nieren. Das bleibt oft lange Zeit unerkannt, denn die Nieren leiden still …

„Der Zucker, der an die Nieren geht“ …

… so lautete das Motto der 19. Kieler NierenWoche, die vom 19.- 22. September im Kieler Holstentörn stattfand. Diabetes mellitus und Adipositas gehören zu den Risikofaktoren für Nierenerkrankungen. Beides nimmt in Deutschland immer mehr zu – gerade auch bei jüngeren Menschen.

Die Ernährung spielt beim Übergewicht eine wesentliche Rolle. Sie ist häufig zu zuckerhaltig und zu fettreich. Besonders fatal: Die versteckten Zucker in den Lebensmitteln werden häufig gar nicht wahrgenommen. Vielfach werden von der Lebensmittelindustrie auch „verschleiernde“ Namen für Zucker verwendet. Insbesondere Softgetränke, die bei Jüngeren sehr beliebt sind, enthalten viel Zucker. Mit einer kleinen Zuckerausstellung wurde im Rahmen der diesjährigen Nieren-Präventionstage besonders auf dieses Problem hingewiesen.

„Die Nieren leiden still …“ und so treten Erkrankungen der Nieren oft erst dann in Erscheinung, wenn es bereits zu spät ist. Die Prävention ist deshalb bei diesem sensiblen Organ besonders wichtig. Risikofaktoren wie hoher Blutzucker, hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte sowie starkes Übergewicht gehen auf Dauer buchstäblich an die Nieren.

Dass Vorsorge nach wie vor nicht zu vernachlässigen ist, verdeutlichen die Ergebnisse des Nieren-Checks 2018. Einschränkungen der Nierenfunktion treffen nicht nur ältere Menschen. Gerade auch Jüngere sind heute zunehmend von Risikofaktoren betroffen, die, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden, auf Dauer zu schwerwiegenden Erkrankungen der Nieren führen können. Im Rahmen der Kieler NierenWoche konnten sich deshalb interessierte Besucherinnen und Besucher auf die oben genannten hauptsächlichen Risikofaktoren testen lassen. Im Gespräch mit den anwesenden Ärzten wurden sie im Anschluss an den Test auf kritische Werte hingewiesen, mit der Empfehlung, diese beim Haus- oder Facharzt kontrollieren zu lassen.

Nur 43% der Besucherinnen und Besucher der Kieler Nierenwoche 2018 gaben bei der Befragung an, an keinem der Risikofaktoren zu leiden – im Vorjahr lag dieser Anteil noch 10% höher. Bluthochdruck war mit 47% der am häufigsten genannte Risikofaktor, und auch die im Rahmen des Nieren-Checks gemessenen Ergebnisse zeigten in 33% der Fälle überhöhte Blutdruckwerte. Im Vorjahr war der Blutdruckwert bei 72% der getesteten Probanden im Normbereich. Fast jeder 6. (15%) der Altersgruppe 40-49 Jahre wies bei der Messung einen kontrollbedürftigen Blutdruck auf. In der Altersgruppe 50-59 Jahre waren es 28%, in der Altersgruppe 70-79 Jahre sogar 38%. Vergleicht man die Blutdruckwerte bei Frauen und Männern, fällt auf, dass prozentual kontrollbedürftige Werte bei den Männern in fast allen Altersgruppen häufiger vorkommen.

Sowohl bei den im Nieren-Check gemessenen Blutzuckerwerten als auch beim Cholesterin zeigten sich in diesem Jahr deutlich bessere Ergebnisse als im Vorjahr. Gleiches gilt auch für den BMI – es wurden wesentlich weniger übergewichtige Testpersonen gezählt. Hier fällt jedoch auf, dass leichtes und massives Übergewicht im Verhältnis häufiger bei Menschen unter 60 Jahren zu beobachten ist. So wiesen die Frauen der Altersgruppe 10-39 Jahre in 19% der Fälle einen kontrollbedürftigen BMI auf, 3% einen stark erhöhten BMI. Bei den Männern waren in dieser Altersgruppe 7% kontrollbedürftig und sogar 7% behandlungsbedürftig in Bezug auf ihr Gewicht.

Bei älteren Testpersonen fielen insbesondere kontrollbedürftige Kreatinin-Werte auf, die Rückschlüsse auf die Filterleistung der Niere zulassen. Die schlechtesten Werte zeigten hier weibliche Probanden in der Altersgruppe ab 80 Jahre. Oftmals gaben sie an, wenig zu trinken. Die Empfehlung an sie lautete deshalb, mit einer höheren täglichen Flüssigkeitszunahme die Filterleistung der Nieren zu steigern.

Lesen Sie in der ausführlichen Dokumentation mehr zu den Testergebnissen 2018

file_pdf Statistik Werte 2018

 

Kieler NierenWoche 2018 zählt 46% neue Besucher

Die Kieler NierenWoche erreichte mit dem (kostenlosen) Nieren-Check im Kieler Holstentörn in diesem Jahr 814 Besucherinnen und Besucher und damit fast exakt die gleiche Anzahl wie im Vorjahr (812). Dies zeigt deutlich, dass die Kieler NierenWoche, die im Jahr 2000 das erste Mal stattfand, auch im 19. Jahr noch nichts von ihrer Beliebtheit eingebüßt hat. Die Besucherzahl liegt in der Regel sogar noch 5-10% über den ausgewerteten Befundbögen, weil sich viele Testpersonen auf Grund des Andrangs doch spontan dazu entschließen, die Blutdruckmessung nicht mehr abzuwarten und den kompletten Befundbogen mit nach Hause nehmen.

Grund für die neuerlich sehr gute Resonanz war die ausführliche Berichterstattung in der regionalen und überregionalen Tagespresse im Vorwege – mehr als zwei Drittel der diesjährigen Besucherinnen und Besucher kamen aufgrund der Ankündigungen in den Tageszeitungen.

Ein Ziel der Kieler NierenWoche liegt darin, noch mehr Menschen auf die Wichtigkeit der Nieren hinzuweisen und ebenso auf Risikofaktoren, die die Nieren schädigen können. Der Anteil Besucher, die noch nie an einer Kieler NierenWoche teilgenommen haben, lag in diesem Jahr bei 46% (Vorjahr 52%). 29% besuchen die Nieren-Präventionsveranstaltung regelmäßig, einige Probanden haben sogar an allen bisherigen Kieler NierenWochen teilgenommen. Viele Besucher meinen, die Kieler NierenWoche sei eine „sehr gute Sache“.

 

Kostenlose Beratung „rund um die Niere“

Die Kieler NierenWoche möchte für Risikofaktoren sensibilisieren, damit schwerwiegende Folgeerkrankungen früh erkannt oder gar vermieden werden können.

Neben Ärzten, medizinischem Fachpersonal und Betroffenen stehen auch Ernährungsberaterinnen zur Verfügung, die Besuchern hilfreiche Tipps zur Senkung von Blutdruck und Blutfettwerten geben. 2018 nahmen 282 Besucher dieses Angebot im Rahmen der Bioimpedanzmessung in Anspruch.

Welche Folgen ein chronisches Nierenversagen haben kann – Dialyse, das Warten auf eine neue Niere, Nierentransplantation … – darüber berichten Mitglieder des Patientenvereins Interessengemeinschaft Niere – Region Kiel e.V.. Sie informieren außerdem zum sensiblen Thema Organspende. Jedes Jahr werden an den Infoständen rund 2.000 Organspendeausweise ausgegeben: ein kleines Stück Papier, das Leben rettet.

Die positive Resonanz der Besucher der Kieler NierenWoche ist für die Veranstalter und alle Beteiligten Motivation genug, das Wissen um Risikofaktoren für die Nieren voranzutreiben und damit zusammenhängende Krankheiten zu erkennen oder zu verhindern.

 


Nachfolgend haben wir für Sie die Ergebnisse der vergangenen Jahre zusammengestellt: