Dialyse und Nierentransplantation

Ein Ausfall der Nierenfunktion ist lebensbedrohlich, denn die Nieren befreien das Blut unter anderem von Schadstoffen und Stoffwechselprodukten. Diese würden sich sonst im Körper einlagern und ihn innerhalb weniger Tage vergiften …


Mit dem Nierenersatzverfahren „Dialyse“ (griech. dialysis = „Auflösung, Trennung“) besteht seit rund 70 Jahren eine Möglichkeit, das Leben von Nierenkranken zu retten. Die Dialyse übernimmt die wichtigste Nierenfunktion: ihre Filterleistung. Der Patient wird dabei an eine Maschine angeschlossen, die das Blut filtert und es dann gereinigt in den Körper zurückleitet.

Vorbereitung der Dialyse

Um die Maschine mit einem Blutgefäß verbinden zu können, ist ein stabiler Gefäßzugang erforderlich. Für eine Dialyse müssen pro Minute 200-400 ml Blut aus dem Körper heraus- und wieder hineingeleitet werden. Hierfür sind die menschlichen Blutgefäße nicht geeignet, denn in den Venen direkt unter der Haut ist der Blutfluss zu gering und die Arterien liegen zu tief im Gewebe. Daher muss vor dem Beginn einer dauerhaften (chronischen) Dialyse eine künstliche „Anschlussstelle“ geschaffen werden: der sogenannte Shunt. Er verbindet bestimmte Blutgefäße (meist eine Arterie und eine Vene), um einen ausreichenden Durchfluss zu ermöglichen. Ungefähr 6 Wochen nach der etwa halbstündigen Operation ist der Shunt verheilt und kann verwendet werden. Im Idealfall funktioniert der Shunt jahrelang ohne Probleme.

Nachteile und Komplikationen der Dialyse

Die Nieren gehören zu den wenigen menschlichen Organen, die „ersetzt“ werden können. Zwar ist die mechanische Reinigung des Blutes nicht so effektiv wie die natürliche Nierenfunktion. Die Nieren filtern das Blut schließlich 24 Stunden täglich, während sich zwischen zwei Dialyseterminen die Schadstoffe im Körper anlagern. Dafür stellt die Dialyse ebenso wie die Nierentransplantation die einzige Möglichkeit für Patienten dar, ohne funktionierende Nieren zu überleben.

Das Nierenersatzverfahren Dialyse hat jedoch auch Nachteile:

  • die Dialyse dauert 4-6 Stunden
  • die Behandlung muss mindestens 3x pro Woche durchgeführt werden
  • Alltag, Freizeit und Urlaub müssen „um die Dialyse herum“ geplant werden
  • der Shunt kann sich zusetzen oder entzünden (> weitere OPs nötig)
  • Nebenwirkungen (Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Blutdruckabfall …)
  • Patienten müssen auf Ernährung und Flüssigkeitsaufnahme achten

Der Ausweg: Eine Nierentransplantation

Wenn Nierenpatienten dialysepflichtig werden, bedeutet dies einen krisenhaften Einschnitt in die bisherige Lebensführung. Die Spontanität wird im Alltag stark eingeschränkt, da lebenslang mehrmals pro Woche mehrstündige Dialyse-Behandlungen eingeplant werden müssen. Dialysepatienten verbringen bis zu ihrem Lebensende sehr viel Lebenszeit auf einer Dialysestation. Besonders für Berufstätige und Menschen mit Familie ist eine gute Planung daher unerlässlich. Zwar steht mit der Bauchfelldialyse ein Nierenersatzverfahren „für Zuhause“ zur Verfügung, doch ist dieses nicht für jeden Patienten geeignet. Der einzige Weg „von der Dialyse loszukommen“ ist für die Mehrheit der Patienten daher eine Nierentransplantation.

Mehr Lebensqualität mit einer Spenderniere

In Deutschland leben rund 70.000 Dialysepatienten. Viele von ihnen entscheiden sich früher oder später für eine Nierentransplantation. Da es jedoch deutlich mehr Interessenten als Spenderorgane gibt, werden Patienten auf eine Warteliste gesetzt. Die Wartezeit für eine Spenderniere beträgt in der Regel mehrere Jahre. Sobald ein Organ zur Verfügung steht, geht alles ganz schnell. Die DSO (Deutsche Stiftung Organtransplantation) und die internationalen Vermittlungsstelle Eurotransplant (Sitz in den Niederlanden) ermitteln und informieren den passenden Empfänger. Die Vergabe erfolgt nach Kriterien wie z.B. Dringlichkeit und Erfolgsaussicht. Der Patient muss das nächstgelegene Transplantationszentrum umgehend für die Transplantation aufsuchen. Die Operation selbst dauert 3-4 Wochen Stunden, danach bleibt der Empfänger ca. zwei Wochen zur Überwachung im Krankenhaus.

Leben nach der Nierentransplantation

Die Nachsorge einer Nierentransplantation dauert ein Leben lang. Das Immunsystem würde das fremde Organ stets als Fremdkörper erkennen und abstoßen wollen, wenn es nicht fortlaufend durch Medikamente (Immunsuppressiva) unterdrückt wird. Durch die Hemmung der Immunreaktion bleibt die Neigung zu Infektionen lebenslang leicht erhöht, was jedoch durch gute Hygiene günstig beeinflusst werden kann. Sobald die Medikation auf den Patienten abgestimmt ist, muss sie nur noch 1x jährlich kontrolliert werden. Die Nierentransplantation selbst hat gute Erfolgsaussichten. Nach einem Jahr erfüllen noch rund 85 % der Spendernieren ihren Dienst, nach fünf Jahren sind es 75 %. Falls eine Spenderniere ausfällt, wird der Transplantierte wieder dialysepflichtig, kann sich aber erneut auf die Warteliste setzen lassen. Während einige Patienten Jahrzehnte mit derselben Spenderniere leben, werden andere im Laufe ihres Lebens mehrfach transplantiert.

Beratung auf der Kieler NierenWoche

Die Entscheidung für ein Spenderorgan ist ein großer Schritt, kann die Lebensqualität von Dialysepatienten aber deutlich steigern. Auf der Kieler NierenWoche stehen Mitglieder der Interessengemeinschaft Niere – Region Kiel e.V. für ein klärendes Gespräch zum Thema Organspende, Dialyse und Nierentransplantation zur Verfügung. Einige von ihnen warten selbst noch auf ein Spenderorgan, andere haben bereits mehrere Transplantationen erlebt.

Kommen Sie gerne vorbei, um sich zu informieren! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Veranstaltungsort und Datum

Die 15. Kieler NierenWoche findet statt

Datum: 17. bis 20. September 2014

Ort: Kieler Holstentörn Einkaufspassage (Richtung Holstenstraße, Aktionsfläche vor dem Karstadt-Eingang)

Öffnungszeit:

  • Mittwoch, 17.09.2014 – 11:00 bis 19:30 Uhr
  • Donnerstag, 18.09.2014 – 10:30 bis 19:30 Uhr
  • Freitag, 19.09.2014 – 10:30 bis 19:30 Uhr
  • Samstag, 20.09.2014 – 10:30 bis 15:00 Uhr

 

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