Das schlechte Cholesterin

Das „schlechte“ Cholesterin

Vom „schlechten Cholesterin“ haben die meisten Menschen schon einmal gehört – es stellt eine der häufigsten Ursachen für Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße dar. Doch woher kommt es und wie kann man solchen Krankheiten vorbeugen?

Woher kommt das Cholesterin?

Cholesterin wird zu 90 % im Körper gebildet und nur zu 10 % durch die Nahrung aufgenommen. Der Körper benötigt Cholesterin (missverständlich „Blutfett“ genannt) z.B. für den Stoffwechsel der Körperzellen und die Produktion von Hormonen. Im Blutplasma wird es durch den gesamten Körper transportiert. Es gibt zwei Formen von Cholesterin, die aufgrund ihrer Dichte unterschieden werden: das „gute“ HDL-Cholesterin (high-density lipoprotein) und das „schlechte“ LDL-Cholesterin (low density lipoprotein). Beide sind für den Körper lebenswichtig, doch begünstigt ein erhöhter LDL-Cholesterinspiegel die Entstehung zahlreicher Erkrankungen.

Gehören Sie zu einer Risikogruppe?

Die Veranlagung zu einem erhöhten LDL-Cholesterinspiegel (familiäre Hypercholesterinämie) ist eine der häufigsten genetisch bedingten Erkrankungen. Wer an sich selbst (noch) keine Symptome beobachtet, sollte einen Blick auf seine direkte Verwandtschaft werfen: Wenn bei Eltern oder Geschwistern vor dem 65. Lebensjahr Herzinfarkte auftreten, ist das Risiko für eine eigene Erkrankung ebenfalls erhöht. Nicht-genetische Ursachen für erhöhte Cholesterinwerte sind:

  • Übergewicht
  • fettreiche Ernährung
  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes)
  • Krankheiten der Schilddrüse, Leber, Galle und Niere
  • Alkoholkonsum
  • Medikamente (Antibabypille, Kortison, Diuretika …)

Warum ist ein erhöhter Cholesterinspiegel schädlich?

Überschüssiges Cholesterin lagert sich in den Gefäßwänden ab und verursacht dort zahlreiche Veränderungen (Arteriosklerose). Im Laufe der Zeit verhärten sich diese Ablagerungen, was umgangssprachlich als „Gefäßverkalkung“ bezeichnet wird. Dadurch wird die Durchblutung im gesamten Körper verschlechtert oder gar unterbrochen, mit zahlreichen Folgen:

  • gesteigertes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Unterversorgung von Organen und Extremitäten
  • Leistungsminderung
  • schlechtere Wundheilung

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in den westlichen Industrienationen.

Was hat Cholesterin mit den Nieren zu tun?

Ein erhöhter Cholesterinspiegel fördert „Gefäßverkalkung“ in allen Blutgefäßen, auch innerhalb der Organe. In den Nieren führt die Mangeldurchblutung zu einer Herabsetzung der lebenswichtigen Filterleistung. Gleichzeitig kann z.B. eine Niereninsuffizienz den Cholesterinspiegel ansteigen lassen. Daher ist die Bestimmung des Cholesterinspiegels im Blut ein wichtiger Indikator für das persönliche Krankheitsrisiko.

Wie wird ein erhöhter Cholesterinspiegel behandelt?

Ein nur leicht erhöhter Cholesterinspiegel kann oft durch eine Änderung des Lebensstils (Ernährung, Bewegung, Nichtrauchen …) korrigiert werden. Vor allem tierische Fette (Butter, Ei …) stehen im Verdacht, den Cholesterinspiegel negativ zu beeinflussen. Hingegen können die ungesättigten Omega-3-Fettsäuren (z.B. in Raps- oder Walnussöl) die Fließeigenschaften des Blutes verbessern. Nur bei sehr schlechten Blutwerten oder wenn eine Umstellung der Lebensgewohnheiten nicht den gewünschten Effekt bringt, sollte über eine medikamentöse Therapie („Cholesterinsenker“) nachgedacht werden, da diese oft mit Nebenwirkungen (z.B. Muskelschmerzen, Gedächtnisstörungen …) verbunden ist.


Auf der Kieler NierenWoche können Sie beim kostenlosen „Nieren-Check“ unter anderem Ihren persönlichen Cholesterinwert bestimmen lassen.

 

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