Volksleiden Diabetes – Gefahr für die Nieren

Volksleiden Diabetes – Gefahr für die Nieren

Die sogenannte „Zuckerkrankheit“ Diabetes mellitus (griech. „honigsüßer Durchfluss“) ist eine in vielen Varianten auftretende Stoffwechselstörung, aufgrund derer der Körper die in der Nahrung enthaltenen Inhaltsstoffe nicht richtig verarbeiten kann. Die Folge ist, dass der Gehalt an Zucker im Blut unnatürlich ansteigt (Hyperglykämie). Dadurch werden viele Organe in Mitleidenschaft gezogen …

Wie häufig ist Diabetes?

Man vermutet, dass jeder 10. Deutsche an Diabetes oder einer Vorstufe erkrankt ist – viele davon ohne es zu wissen. Davon leiden 90% unter Typ 2-Diabetes und nur 10% unter dem angeborenen Typ 1-Diabetes.

Der Unterschied zwischen Typ 1-Diabetes und Typ 2-Diabetes

Man unterscheidet zwei Formen der Zuckerkrankheit, die angeborene und die erworbene Variante. Die angeborene Variante „Typ 1“ ist eine Autoimmunerkrankung. Da die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse aufgrund von Entzündungen ihre Funktion einstellen, muss Typ 1-Diabetes lebenslang mit dem Hormon Insulin behandelt werden. Insulin dient dem Transport von Zucker (Energiequelle) in die Körperzellen. Ohne künstliches Insulin steigt der Blutzuckerspiegel gefährlich an. Diese Variante des Diabetes macht sich meist bereits im Kindesalter bemerkbar, z.B. durch Gewichtsverlust, abnormen Durst und häufiges Wasserlassen.

Die erworbene Variante „Typ 2“ tritt typischerweise erst ab dem 40. Lebensjahr in Erscheinung, betrifft aufgrund von Fehlernährung und Bewegungsmangel jedoch immer häufiger bereits Kinder und Jugendliche. Die umgangssprachliche Bezeichnung „Altersdiabetes“ wird daher nicht mehr verwendet.

Übergewicht und Bewegungsarmut beeinflussen die Stoffwechselvorgänge in den Zellen negativ, es spielen jedoch auch genetische Einflüsse eine Rolle. Bei dieser Störung bildet der Körper zwar Insulin, dieses kann in den Zellen aber nicht richtig wirken (Insulinresistenz). Um dies auszugleichen, erzeugt die Bauchspeicheldrüse zunächst mehr Insulin, bis sie irgendwann „erschöpft“ und der Blutzuckerspiegel entgleist. Symptome sind in den Anfangsjahren oft eher unspezifisch, wie z.B. Müdigkeit, trockene Haut und eine erhöhte Infektneigung.

Wie schädigt hoher Blutzucker die Organe?

Diabetes mellitus kann zu zahlreichen Folgeerkrankungen führen. Der erhöhte Blutzucker schädigt sowohl kleine und große Arterien als auch das Nervensystem. Keineswegs treten Folgeerkrankungen erst bei fortgeschrittener Krankheit auf, sondern oft bereits im Vorstadium – also in der Regel noch vor der eigentlichen Diabetes-Diagnose. Deswegen ist Früherkennung so wichtig.

Typische Folgeerkrankungen sind:

  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Netzhautschäden (Erblindung!)
  • Nervenschäden
  • Nierenschäden
  • Diabetischer Fuß (Amputation!)
  • Depression

Je früher Diabetes mellitus oder sein Vorstadium erkannt wird, desto weniger werden andere Organe in Mitleidenschaft gezogen. Die Nieren als sehr empfindliches Filtersystem leiden ganz besonders unter erhöhtem Blutzucker.Dieser führt unter anderem dazu, dass die Durchblutung in den winzigen Nierenkörperchen behindert wird. Mit der Zeit gehen sie zugrunde und verlieren ihre Filterfunktion. Für beide Diabetes-Varianten gilt: Jeder 5. Diabetiker erleidet im Laufe seines Lebens so schwere Nierenschäden, dass er dialysepflichtig wird.

Wie wird Diabetes diagnostiziert?

Um Diabetes möglichst früh zu erkennen, ist die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen wichtig, die jeder Hausarzt durchführt. Bei Verdacht auf eine Erkrankung schließen sich Bluttests an (Nüchternblutzucker und Glukosebelastungstest). Die Diagnose „Diabetes“ wird gestellt, wenn an zwei verschiedenen Tagen erhöhte Blutzuckerwerte gemessen werden.

Kann man Diabetes heilen?

Der angeborene Typ 1-Diabetes kann weder verhindert noch geheilt werden, das fehlende körpereigene Insulin muss lebenslang ersetzt werden.

Der Typ 2-Diabetes kann oftmals durch einen gesunden Lebenswandel aufgehalten bzw. es können Folgeerkrankungen verhindert werden. Mindestens 50 % der Typ2-Diabetiker können bereits mit einer Gewichtsabnahme von 10 kg wieder normale Blutzuckerwerte erreichen.

Es wird empfohlen, erst dann eine medikamentöse Therapie in Betracht zu ziehen, wenn sich eine Änderung des Lebensstils als nicht praktikabel herausstellt.


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