Risikofaktoren für Nierenerkrankungen

Risikofaktoren für Nierenerkrankungen

Außer bei einer schweren Vergiftung versagen Nieren niemals spontan. Bis es zu einem Nierenversagen kommt, wurden die Nieren immer bereits über längere Zeit geschädigt. Es gibt mehrere Risikofaktoren, die den Nieren zusetzen.

Risikofaktor Bluthochduck

Alle Gewebe und Organe werden über das Blut mit Sauerstoff und Energie versorgt. Pumpt das Herz das Blut mit zu hohem Druck durch die Gefäße (Hypertonie), nehmen sowohl diese als auch die Organe Schaden. Es entstehen kleine Risse in der Gefäßinnenhaut, in denen sich Stoffwechselprodukte einlagern können. Dadurch verdicken und verhärten sich die Gefäßwände, was im Volksmund als Arterienverkalkung (Arteriosklerose) bezeichnet wird.

Als Hochdruck gilt ein systolischer Blutdruck von mindestens 140 mmHg oder ein diastolischer Blutdruck von mindestens 90 mmHg. Der primäre Bluthochdruck kommt ohne Grunderkrankung zustande und betrifft 85% der Patienten. Zwar kann er erblich bedingt sein, ist aber meist die Folge eines ungesunden Lebensstils. Im Gegensatz zur genetischen Veranlagungen können seine Ursachen gut beeinflusst werden:

  • Übergewicht
  • wenig Bewegung
  • erhöhter Kochsalzkonsum
  • erhöhter Alkoholkonsum
  • Rauchen
  • Stress
  • Schlafapnoe (Atemaussetzer)

Der sekundäre Bluthochdruck ist die Folge einer anderen Erkrankung und kommt bei 15% der Patienten vor. Die häufigste Ursache ist eine Nierenkrankheit oder die Verengung der Nierenarterien, eine Erkrankung der Nebennierenrinde, gefolgt von Schilddrüsenüberfunktion, Hormonstörungen oder einer verengten Hauptschlagader.

Bluthochdruck ist der größte Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, an denen rund 50% der Deutschen sterben. In den Nieren verursacht der Hochdruck die nicht-entzündliche Nephrosklerose (auch hypertensive Nephropathie), die mit einer erhöhten Eiweißausscheidung über den Urin (Proteinurie) einhergeht. Sie kann zunächst zur Funktionseinschränkung (Niereninsuffizienz) und schließlich zu Nierenversagen führen.

Risikofaktor Diabetes

Bei der sogenannten „Zuckerkrankheit“ ist der Stoffwechsel gestört, so dass der Blutzuckerspiegel im Blut unnatürlich ansteigt. Auf Dauer schädigt dies die empfindlichen Nieren, die dadurch mit der Zeit ihre Filterfunktion einbüßen. In Deutschland gibt es ca. 6 Millionen Diabetiker (Typ 2-Diabetes) in Behandlung, mit steigender Tendenz. Die Dunkelziffer ist hoch, denn viele Betroffene wissen nicht, dass sie erkrankt sind.

Bei 80 % der Diabetiker könnte der Blutzucker schon durch Gewichtsreduktion und vermehrte Aktivität bis in den Normalbereich gesenkt werden. Je länger der Diabetes unbehandelt bleibt oder schlecht eingestellt ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines Nierenschadens. Jeder fünfte Diabetiker wird im Laufe seines Lebens dialysepflichtig! Da Symptome erst spät auftreten, ist die Früherkennung von Nierenerkrankungen für Diabetes-Patienten besonders wichtig. Bereits im Anfangsstadium kann ein einfacher Urintest zeigen, ob die Nieren bereits in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Risikofaktor Übergewicht

Ein zu hohes Körpergewicht belastet nicht nur die Knochen und Gelenke, sondern auch das Herz-Kreislauf-System und die Organe. Häufig verursacht Übergewicht das sogenannte Metabolische Syndrom, eine typische Kombination der Erkrankungen Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung). Diese Faktoren werden auch als das „tödliche Quartett“ bezeichnet und hängen eng mit dem „westlichen Lebensstil“ zusammen: hochkalorische Ernährung gepaart mit zu geringer Bewegung.

Derzeit wird erforscht, warum Übergewicht auch ohne Begleiterkrankungen die Nieren schädigt. Im Verdacht stehen bestimmte Hormone aus dem Fettgewebe, die als erstes kleinste Blutgefäße schädigen – wie in den Nieren – und entzündliche Prozesse fördern. Studien zeigen, dass bereits mäßiges Übergewicht (BMI 25 bis 29,9) das Risiko für Nierenkrankheiten um fast 90% erhöht.

Risikofaktor Rauchen

Zigarettenrauch enthält nicht nur das Nervengift Nikotin, sondern noch tausende weitere Giftstoffe. Diese schädigen alle Organe, so auch die Nieren. Verantwortlich sind zwei Mechanismen. Zum einen setzt Rauchen die Filterleistung der Nieren um rund 30% herab. Zum anderen verengen sich die feinen Blutgefäße durch eine Aktivierung des sympathischen Nervensystems. Um die Verengung der Gefäße auszugleichen, erhöhen die Nieren den „Betriebsdruck“, was zur Vernarbung und zum Absterben des Nierengewebes führt. Die verminderte Durchblutung reduziert dadurch nicht nur die Leistung, sondern stört auch die Selbstheilungskräfte der Nieren. Vor allem für rauchende Diabetiker ist das fatal: sie erleiden doppelt so schnell ein Nierenversagen wie diabetische Nichtraucher. Auch wenn Rauchen selten die alleinige Ursache für Nierenschäden ist, so verschlechtert es die Prognose deutlich.


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