Häufige Fragen (FAQ)

  1. Wozu sind die Nieren da?
  2. Was ist Diabetes/die Zuckerkrankheit?
  3. Was sind typische Symptome des Diabetes?
  4. Was sind die Risikofaktoren für kranke Nieren?
  5. Welche Folgen drohen?
  6. Wie können Schäden vermieden werden?
  7. Was ist Dialyse?
  8. Was hat es mit der Organspende auf sich?
  9. Wie wird entschieden, wer eine Spenderniere bekommt?
  10. Was ist ein Organspendeausweis?

1. Wozu sind die Nieren da?

Der Mensch besitzt zwei Nieren, die im Körper mehrere Funktionen erfüllen:

  •     Ausscheidung von Stoffwechsel-Endprodukten und Giftstoffen über den Urin
  •     Regulierung des Wasserhaushalts, Blutdrucks, Elektrolyt-Haushalts und Säure-Basen-Haushalts
  •     Hormon-Produktion (Blutbildung)
  •     Aktivierung von Vitaminen für den Knochenstoffwechsel

Die Leistung der Nieren ist beeindruckend: Sie wiegen nur 120-200g und filtern täglich ca. 1800 Liter Blut, was der 300-fachen Menge des Blutvolumens entspricht. Das Blut wird pro Tag also etwa 60 Mal komplett gefiltert! Dabei entstehen rund 180 Liter Primärharn, die zu weniger als zwei Litern Urin konzentriert und dann ausgeschieden werden. Ohne die Nieren kann der Mensch nicht überleben. Sind sie geschädigt oder fallen ganz aus, müssen Maschinen mehrmals pro Woche die Blutreinigung (Dialyse) übernehmen.
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2. Was ist Diabetes/die Zuckerkrankheit?

Die altsprachliche Bezeichnung Diabetes („honigsüßer Durchfluss“) umfasst eine Gruppe von Stoffwechselkrankheiten, deren Hauptsymptom es ist, Zucker über den Urin auszuscheiden. Der Grund dafür ist eine Überzuckerung des Blutes, die verschiedene Ursachen haben und viele schwerwiegende Folgeerkrankungen mit sich bringen kann. Zucker ist der Energielieferant des Körpers. Wird über die Nahrung mehr Zucker aufgenommen, als verbraucht wird, wird er als Fett, aber auch in Muskeln und Leber eingelagert. Die Aufnahme aus der Nahrung steuern die Hormone Insulin und Glukagon. Ist diese Stoffwechsel-Tätigkeit gestört, wird der Zucker nicht vollständig gespeichert, sondern zirkuliert im Blut – der Blutzuckerspiegel steigt an. Dadurch wird der Fettstoffwechsel gestört und das Blut übersäuert, wodurch langfristig sämtliche Organe geschädigt werden. Nach Angaben der Internationalen Diabetes-Föderation leben derzeit 230 Millionen Menschen mit der lebensgefährlichen Krankheit – viele davon, ohne es zu wissen!

Typ-1-Diabetes

Der Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung. Dabei zerstört das körpereigene Immunsystem die insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Neben genetischen Veränderung nimmt man heute auch Umweltfaktoren als Ursache an, wie z.B. Viren oder bestimmte Nahrungsbestandteile.

Typ-2-Diabetes

Beim Typ-2-Diabetes stellt der Körper zwar Insulin her, doch kann es in den Zellen nicht richtig wirken (Insulinresistenz). Als Hauptursache gilt Übergewicht. Der Typ-2-Diabetes ruft für lange Zeit keine Symptome hervor, was ihn so gefährlich macht. Treten erste Beschwerden (Müdigkeit, Infektneigung …) auf, sind Organe oft bereits irreparabel geschädigt.
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3. Was sind typische Symptome des Diabetes?

Auffällig beim Typ-1-Diabetes sind rasche Gewichtsabnahme, ständiges Durstgefühl und häufiges Wasserlassen. Weitere Anzeichen wie z.B. Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Muskelkrämpfe, schlecht heilende Wunden und Kopfschmerzen, Sehstörungen und Juckreiz können hinzukommen. Der Typ-2-Diabetes bleibt meist lange unentdeckt, weil er zunächst keine oder schwer zu deutende Symptome verursacht.
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4. Was sind die Risikofaktoren für kranke Nieren?

  •     Bluthochdruck
  •     Diabetes
  •     Erhöhte Blutfette
  •     LDL-Cholesterin
  •     Missbrauch von Schmerzmitteln und Rheumamitteln
  •     Tumorerkrankungen
  •     Übergewicht
  •     Wiederkehrende Harnwegsinfekte

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5. Welche Folgen drohen?

Durch die Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose), aber auch durch die durch blutzuckersenkende Medikamente verursachte Unterzuckerung (Hypoglykämie) kann es zur Bewusstlosigkeit und zum lebensbedrohlichen Koma kommen. Eine konsequente Überwachung und Behandlung des Diabetes ist also lebenswichtig. Aber auch Begleit- und Folgeerkrankungen können schwerwiegend sein:

  •     Bluthochdruck und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis zum Herzinfarkt
  •     Sehstörungen und Erblindung (Diabetische Retinopathie)
  •     Nervenschäden (Neuropathie)
  •     Schlaganfall
  •     Niereninsuffizienz (Nephropathie)
  •     Schultersteife
  •     Fettstoffwechselstörungen
  •     Durchblutungsstörungen
  •     Hörverlust
  •     Periphere Arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  •     Diabetisches Fußsyndrom

Sowohl bei der peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit, als auch beim diabetischen Fußsyndrom droht bei ausbleibender Behandlung die Amputation der betroffenen Gliedmaßen!
Fazit: Unbehandelter Diabetes kann die Lebensqualität deutlich einschränken und die Lebenserwartung verkürzen.
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6. Wie können Schäden vermieden werden?

Beim Typ-1-Diabetes muss das fehlende Insulin lebenslang als Medikament (Tabletten oder Injektion) zugeführt werden, eine Heilung ist nicht möglich. Beim Typ-2-Diabetes kann eine medikamentöse Therapie durch eine Änderung der Lebensweise (Ernährung und Bewegung) vermieden oder zumindest hinausgezögert werden. Bei stark übergewichtigen Patienten kann auch eine OP des Magens und Dünndarms zu einer Verbesserung der Stoffwechselwerte beitragen, doch sollte dieser Eingriff aufgrund der Sterblichkeitsrate (ca. 1 %) eine Notlösung sein. Die wichtigsten Aspekte zur Vermeidung von Schäden sind Vorsorge und Früherkennung sowie rechtzeitige Therapie.

Das Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit den Nieren und dem Harnsystem befasst, ist die Nephrologie, der entsprechende Facharzt ist der Nephrologe. Die medizinische Fachrichtung für die Behandlung des Diabetes ist die Diabetologie, ihr Facharzt der Diabetologe.
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7. Was ist Dialyse?

Die Dialyse (griech. dialysis = Auflösung, Trennung) ist ein mechanisches Verfahren der Blutreinigung. Es kommt zum Einsatz, wenn die Nieren ihre Arbeit nicht mehr erfüllen können und muss ca. 3x pro Woche für mehrere Stunden durchgeführt werden. Die Dialyse übernimmt als künstliche Blutwäsche die Funktion der Nieren, wobei zwischen extrakorporalen (außerhalb des Körpers erfolgende) und peritonealen (im Bauchfell stattfindenen) Verfahren unterschieden wird. Die Dialyse ist als Ersatzverfahren zwar nicht so wirksam wie die Arbeit der Nieren selbst, doch für Nierenpatienten die einzige Möglichkeit zu überleben. Wer keine Spenderniere erhält, ist also lebenslang auf ein Dialyseverfahren angewiesen. In Deutschland leben rund 70.000 Dialyse-Patienten.
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8. Was hat es mit der Organspende auf sich?

Viele Organe und Gewebe können gespendet werden, so auch die Nieren. Wie bei der Leber ist bei der Niere auch eine Lebendspende möglich. Die Nierenlebendspende ist die häufigste Form der Lebendspende, da die Niere im Körper doppelt vorhanden ist und sich gut regenerieren kann. Die Spende einer gesunden Niere ist grundsätzlich unabhängig von Alter und Geschlecht. Seit 1997 regelt das Transplantationsgesetz (TPG) die Zulässigkeit von Organspenden in Deutschland. Dieses legt fest, dass eine Organ- oder Gewebespende nur mit Zustimmung des Spenders oder der nächsten Familienangehörigen rechtmäßig ist. Eine weitere Voraussetzung für die Spende ist der sogenannte Gesamthirntod. Um Interessenkonflikte auszuschließen, muss dieser von zwei Ärzten festgestellt werden, die beide in keiner Weise an der späteren Organtransplantation beteiligt sind. Auch eine Lebendspende ist an Bedingungen geknüpft:

  •     der Spender muss volljährig sein
  •     nach Aufklärung über die Risiken seine Zustimmung erteilt haben
  •     das Organ muss für den Empfänger geeignet sein
  •     dem Spender darf keine Beeinträchtigung drohen, die über das übliche OP-Risiko hinausgeht
  •     der Empfänger muss dem Spender persönlich nahe stehen

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9. Wie wird entschieden, wer eine Spenderniere bekommt?

Da es deutlich mehr Spendenbedürftige als Spenderorgane gibt, führen Transplantationszentren Wartelisten. Die Entscheidung für die Reihenfolge der Spenden wird aufgrund medizinischer Kriterien (z.B. Blutgruppe, Dringlichkeit, Wartezeit …) gefällt. Die unabhängige Stiftung Eurotransplant (Niederlande) wurde 1967 gegründet und organisiert die Organvermittlung in den Benelux-Ländern, Deutschland, Österreich, Slowenien, Kroatien und Ungarn. Das Ziel der Stiftung ist die optimale Verfügbarkeit von Spenderorganen und -geweben.
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10. Was ist ein Organspenderausweis?

Ein Organspendeausweis ist eine Willenserklärung bezüglich einer Organspende. Man kann einer Organspende zustimmen, sie ablehnen oder die Zustimmung auf bestimmte Organe und Gewebe beschränken. Ab dem 16. Lebensjahr gilt diese Erklärung als verbindlich, davor muss ein Erziehungsberechtigter mit unterschreiben. Jeder sollte einen Organspendeausweis besitzen, um den Angehörigen im Todesfall die Entscheidung für oder gegen eine Organspende abzunehmen. Der Organspendeausweis kostet nichts. Er kann im Internet heruntergeladen werden. Auch viele Krankenkassen bieten ihn kostenlos an. Der Ausweis wird in keinem Register erfasst, er sollte daher immer mitgeführt werden.
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