Ergebnisse Nieren-Check

Jedes Jahr lassen sich im Rahmen der Kieler NierenWoche rund 1.000 Besucher im Holstentörn vor Karstadt „rund um die Niere“ beraten und ihre Werte für z.B. Blutzucker, Cholesterin und Kreatinin testen. Diese Tests sagen viel über das individuelle Erkrankungsrisiko aus. Risikofaktoren wie hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, Diabetes und Übergewicht schädigen und zerstören auf Dauer die feinen Blutgefäße der Nieren. Das bleibt oft lange Zeit unerkannt, denn die Nieren leiden still …

Darum sollten wir unsere Nierenwerte kennen!

Immer mehr jüngere Menschen weisen kontrollbedürftige Messwerte auf!

Die Prävention von Nierenerkrankungen stand auch in diesem Jahr wieder im Fokus der Kieler NierenWoche. „Was uns (noch immer) an die Nieren geht … – das war und ist das Motto. Gemeint sind damit die Risikofaktoren hoher Blutzucker, hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte sowie starkes Übergewicht.

Dass Prävention nach wie vor sehr wichtig ist, verdeutlichen die Ergebnisse des Nieren-Checks 2017. Einschränkungen der Nierenfunktion treffen nicht nur ältere Menschen. Gerade auch Jüngere sind heute zunehmend von Risikofaktoren betroffen, die, wenn sie nicht behandelt werden, auf Dauer zu schwerwiegenden Erkrankungen der Nieren führen können. Im Rahmen der Kieler NierenWoche wurden deshalb die Besucherinnen und Besucher auf die oben genannten hauptsächlichen Risikofaktoren getestet. Im Gespräch mit den anwesenden Ärzten erhielten die Testpersonen dann Hinweise, wo kritische Werte vorliegen, die beim Haus- oder Facharzt kontrolliert werden sollten.  

Positiv fiel auf, dass der Blutdruck bei 72% der Nieren-Check-Probanden in diesem Jahr im Normbereich war. Im Vorjahr lag diese Quote bei nur 61%. Von kontrollbedürftigen Blutdruckwerten sind vermehrt auch Menschen ab 40 Jahren betroffen. So wurden bei 25% der Testpersonen aus der Altersgruppe 40-49 Jahre erhöhte Blutdruckwerte gemessen, in der Altersgruppe 60-69 Jahre sogar bei jedem Dritten. Vergleicht man die Blutdruckwerte bei Frauen und Männern, fällt auf, dass kontrollbedürftige Werte bei den Männern in allen Altersgruppen höher sind.

Deutlich schlechter als im Vorjahr waren die Ergebnisse für den Blutzuckerwert. 21% der Testpersonen wiesen erhöhte Blutzuckerwerte auf. Da jedoch nur wenige Besucher nüchtern zum Nieren-Check gekommen sind, wurde betroffenen Probanden zur Abklärung eine Kontrolle bei ihrem Hausarzt empfohlen.

Rund ein Viertel der Kieler NierenWoche-Probanden wiesen überhöhte Werte beim Gesamtcholesterin auf. Auch hier wurde Betroffenen die Kontrolle ihres Cholesterinwertes beim Hausarzt empfohlen, da dieser wegen der Gefahren für die Nieren und andere Organe unbedingt behandelt werden sollte. Gleiches gilt für die Werte von HDL, LDL und Triglyceriden. 

Im Vergleich zum Vorjahr wurden mehr übergewichtige Testpersonen gezählt. Im Verhältnis betrifft dies mehr Männer als Frauen. Betroffen von teilweise massivem Übergewicht sind besonders Testpersonen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren. Gründe dafür liegen zumeist in ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel. Ältere Menschen über 60 Jahre wiesen dagegen nur selten ein massives Übergewicht auf.   

Bei älteren Testpersonen fielen insbesondere kontrollbedürftige Kreatinin-Werte auf, die Rückschlüsse auf die Filterleistung der Niere zulassen. Die schlechtesten Werte zeigten hier weibliche Probanden in der Altersgruppe 60-69 Jahre. Oftmals gaben sie an, wenig zu trinken. Die Empfehlung an sie lautete deshalb, mit einer höheren täglichen Flüssigkeitszunahme die Filterleistung der Nieren zu steigern.

Lesen Sie in der ausführlichen Dokumentation mehr zu den Testergebnissen 2017

file_pdf Statistik Werte 2017

 

Kieler NierenWoche 2017 zählt 52% neue Besucher

Die Kieler NierenWoche erreichte mit dem (kostenlosen) Nieren-Check im Kieler Holstentörn in diesem Jahr 812 Besucherinnen und Besucher, das sind 4,1% mehr als im Vorjahr. Dies zeigt deutlich, dass die Kieler NierenWoche, die im Jahr 2000 das erste Mal stattfand, auch im 18. Jahr noch nichts von ihrer Beliebtheit eingebüßt hat.

Grund für die neuerlich gute Resonanz war die ausführliche Berichterstattung in der regionalen und überregionalen Tagespresse im Vorwege. Rund 27% der diesjährigen Besucher fand zufällig beim Stadtbummel den Weg an die Untersuchungsstände. Auch zwei Schulklassen der berufsbildenden Schulen in Kiel nahmen am Nieren-Check teil. Sie hatten sich im Unterricht mit Gesundheit und Prävention beschäftigt.

Ein Ziel der Kieler NierenWoche liegt darin, noch mehr Menschen auf die Wichtigkeit der Nieren hinzuweisen. Die Prävention liegt den Organisatoren besonders am Herzen. Sie möchten die Besucher darauf aufmerksam machen, dass “Volkserkrankungen” wie Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht die lebenswichtigen Nieren massiv schädigen können. Dasselbe für gilt für hohe Cholesterinwerte. Sie verschließen die Nierengefäße, was nach Jahren zu einem Nierenversagen führen kann. Der Anteil Besucher, die noch nie an einer Kieler NierenWoche teilgenommen haben, lag in diesem Jahr bei 52% (Vorjahr 58%). 26% besuchen die Nieren-Präventionsveranstaltung regelmäßig, einige Probanden haben sogar an allen bisherigen Kieler NierenWochen teilgenommen. Viele Besucher meinen, die Kieler NierenWoche sei eine „sehr gute Sache“.

Kostenlose Beratung „rund um die Niere“

Die Kieler NierenWoche möchte für Risikofaktoren sensibilisieren, damit schwerwiegende Folgeerkrankungen früh erkannt oder gar vermieden werden können.

Neben Ärzten, medizinischem Fachpersonal und Betroffenen stehen auch Ernährungsberaterinnen zur Verfügung, die Besuchern hilfreiche Tipps zur Senkung von Blutdruck und Blutfettwerten geben. 2017 nahmen 247 Besucher dieses Angebot im Rahmen der Bioimpedanzmessung in Anspruch.

Welche Folgen ein chronisches Nierenversagen haben kann – Dialyse, das Warten auf eine neue Niere, Nierentransplantation … – darüber berichten Mitglieder des Patientenvereins Interessengemeinschaft Niere – Region Kiel e.V.. Sie informieren außerdem zum sensiblen Thema Organspende. Jedes Jahr werden an den Infoständen rund 2.000 Organspendeausweise ausgegeben: ein kleines Stück Papier, das Leben rettet.

Die positive Resonanz der Besucher der Kieler NierenWoche ist für die Veranstalter und alle Beteiligten Motivation genug, das Wissen um Risikofaktoren für die Nieren voranzutreiben und damit zusammenhängende Krankheiten zu erkennen oder zu verhindern.

 


Nachfolgend haben wir für Sie die Ergebnisse der vergangenen Jahre zusammengestellt: